Holzschutz ist ein in den letzten Jahren in Fachkreisen stets kontrovers und emotionsgeladen diskutiertes Thema. Viele Menschen stehen diesem Thema mit Skepsis und Voreingenommenheit gegenüber. Das kommt auch daher, dass der Begriff "Holzschutz" oft mit "chemischem Holzschutz" gleichgesetzt wird und chemischer Holzschutz Mensch und Umwelt zwangsläufig schädigen müsse. Vielmehr ist es so, dass Holzschutz auf Jahrhunderte alten Erfahrungen basiert, fortlaufend neuen Forschungserkenntnissen hinsichtlich bautechnischer Ausführungen angepasst wird und chemischer Holzschutz nur dort angewandt werden soll, wo technisch konstruktive Massnahmen nicht zum Erfolg führen.
Aus dieser Diskussion heraus und der Forderung nach einem einheitlichen Lehrprogramm zur Qualifizierung Sachkundiger im Aufgabenbereich des bekämpfenden Holzschutzes, entstand im Jahre 1994 ein für sämtliche Bundesländer kontinuierlich arbeitender Ausbildungsbeirat. Praktiker, Forscher und Lehrende sind hierin ebenso vertreten wie die Deutsche Bauchemie, die Gütegemeinschaft Holzschutzmittel, das Umweltbundesamt (UBA) und das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR).
Ein einheitlich anzuwendendes Seminarprogramm und analoge Prüfungsvorschriften zur Qualifizierung Sachkundiger für bekämpfenden Holzschutz an dazu autorisierten Ausbildungsstellen schliesst nun eine wichtige Bedarfslücke. Mehr als 2.600 Sachkundige wurden mittlerweile ausgebildet. Ihnen steht das Recht zu, sich nach VOB/A, §8 Abs. 3 (1), und DIN 68800-4 als Sach- und Fachkundiger auszuweisen und tätig zu werden.
Nun liegt das aktualisierte Handbuch zur Sachkundeausbildung "Holzschutz am Bau" in dritter Auflage vor. Ein umfassendes, praxisorientiertes Nachschlagewerk, welches gezielt auf die Ausbildungsinhalte zum Erwerb des Sachkundenachweises "Holzschutz am Bau" zugeschnitten ist. Es kann sowohl als Lehrunterlage als auch zum gezielten Selbststudium eingesetzt werden. Nach Themenkomplexen geordnet werden im Inhalt des Handbuchs zum Teil über den Lehrstoff hinaus gehende Aspekte aufgegriffen und im Frage-Antwort-Stil aufbereitet. Unter anderem zählen zu den behandelten Themen:
Holzkunde, baulicher und vorbeugender chemischer Holzschutz, Bekämpfungsmaßnahmen nach DIN 68800-4, Feuchteschutz von Mauerwerk, allgemeine Rechtsfragen sowie, Aspekte des Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutzes bzw. der Entsorgung des Altholzes.
Das Erstellen von Leistungsverzeichnissen wird ebenso behandelt wie die Erarbeitung von Untersuchungsberichten über Befall und Schädigung von Bauwerken und Konstruktionen. Um einem in der Praxis besonders aktuellen Thema gerecht zu werden, wurde ein ausführliches Kapitel über Schimmelpilze eingefügt. Das lesenswerte Nachschlagewerk wird durch ein umfangreiches Literatur- und Stichwortverzeichnis abgerundet.
Zum Preis von 38,- € kann das Handbuch zur Sachkundeausbildung "Holzschutz am Bau" beim Deutschen Holz- und Bautenschutzverband (DHBV) angefordert werden.
Kostenlos zum Mitnehmen
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