Die Konjunkturkrise macht auch vor dem Handwerk nicht halt. Besonders betroffen sind die Zulieferer, die durch den starken Einbruch im Export stark abrutschten. 35 Prozent der Zuliefererbetriebe beurteilen nach einer Konjunkturumfrage des Zentralverbandes des deutschen Handwerks (ZDH), ihre Lage als schlecht, im Vorjahr seien es lediglich 16 Prozent gewesen. Die Auftragsreichweite sei von 7,2 Wochen im Vorjahr auf 5,5 Wochen gesunken.
Die robuste Nachfrage der Privathaushalte und die zusätzliche öffentliche Bautätigkeit seien aber belebend für das Geschäft in anderen Branchen gewesen. Die Entlastung der Bürger und Betriebe habe Konsum und Investitionen gestützt, öffentliche Aufträge bei Bau- und Ausbaugewerbe einen Teil der rückläufigen gewerblichen Aufträge und den fehlenden privaten Wohnungsneubeu kompensieren können. Die auf den Mittelstand zugeschnittenenen Konjunkturpakete hätten eindeutig zu einer Stabilisierung der einheimischen Wirtschaft beigetragen und Arbeitsplätze gesichert. Auch auf Ausbildungsplätze müsse kein Jugendlicher verzichten. Die Ausbildungsbereitschaft der Handwerksbetriebe sei groß und es sei damit zu rechnen, dass bis zu 10.000 Ausbildungsplätze nicht besetzt werden können.
Im Baugewerbe haben Wetter und schwache Auftragslage für einen schlechten Jahresbeginn 2009 gesorgt. Doch vor allem Dank der großen Nachfrage im Sanierungsbereich und öffentlicher Investitionen im Hoch-, Tief- und Strassenbau, hat die Konjunktur im Laufe des Jahres spürbar zugelegt. Privater Wohnungsbau und Wirtschaftsbau verharren allerdings weiterhin auf niedrigem Niveau.
Das Ausbaugewerbe erhält Impulse über attraktive Förderprogramme für die energetische Gebäudesanierung. Auch die Konjunkturpakete zeigen Wirkung. Durch den verdoppelten Steuerbonus sind steigende Sanierungsaufträge der Komunen sowie auch eine steigende private Nachfrage zu verzeichnen.
Im Bereich Gewerblicher Bedarf ist die Lage nach dem Einbruch der Exporte sehr schwierig. Hier wird sich wohl, parallel zum Aufwärtstrend der Exportindustrie, nur eine langsame Stabilisierung der Situation auf niedrigem Nieveau abzeichnen. Beschäftigung als auch wichtige Indikatoren liegen deutlich unter den Vorjahreswerten.
Die Erwartungen in der KFZ-Branche sind nach dem Auslaufen der Umweltprämie eher pessimistisch. Diese hatte zwar die Nachfrage nach vorwiegend kleinen Neuwagen belebt, rückläufig ist jedoch das Nutzfahrzeug- und Gebrauchtwagengeschäft.
Die Verkaufspreise seien seit Jahresbeginn leicht gesunken. Dafür werden insbesondere gesunkene Rohstoffpreise und steigender Wettbewerbsdruck verantwortlich gemacht.
Das Jahr 2010 wird nach Ansicht des ZDH ein konjukturell schwieriges Jahr. Zwar gäbe es in den vom Export abhängigen Problembranchen erste Lichtblicke dank verbesserter Auftragseingänge, jedoch starte die Erholung von einem sehr niedrigen Niveau.
Das Kraftfahrzeuggewerbe wird nach Ansicht des ZDH deutliche Umsatzverluste hinnehmen müssen, was sich auf den Gesamtumsatz im Handwerk spürbar auswirken wird. Im Bau kann sich die Erholung weiter auf die öffentlichen Aufträge und auf die Bausanierung stützen. Der private Verbrauch soll aller Voraussicht sein Niveau durch Entlastungen halten können, Arbeitslosigkeit, Kurzarbeit und geringe Lohnentwicklung könnten sich dämpfend auswirken.
Die Gesamtumsätze im Handwerk werden erneut in den roten Zahlen landen. Der ZDH rechnet für 2010 mit einem Minus von einem Prozent.
Insgesamt haben 22900 Betriebe an der Konjunkturumfrage teilgenommen.
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